Zum Inhalt springen
Stil · Einfach erklärt

Lifestyle oder dokumentarisch? Zwei Arten der Familienfotografie, einfach erklärt

„Lifestyle-Familienfotografie“ liest man überall, „dokumentarisch“ immer öfter. Was die Begriffe bedeuten, worin sie sich unterscheiden und welcher Stil zu welcher Familie passt.

Von Stefan Franke Stil 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bei der Lifestyle-Familienfotografie gibt der Fotograf leichte Anstöße, die Momente selbst sind echt. Bei der dokumentarischen Familienfotografie greift er gar nicht ein. Beide Stile kommen ohne Studio und ohne steife Posen aus. Der Unterschied liegt nur darin, wie viel der Fotograf lenkt.

Was ist Lifestyle-Familienfotografie?

Lifestyle heißt: echte Familie, echter Ort, aber mit einer kleinen Regie. Ich schlage zum Beispiel vor, dass ihr euch zusammen aufs Sofa setzt und ein Buch anschaut. Oder dass ihr Hand in Hand einen Feldweg entlanglauft. Wie ihr das macht, wer dabei lacht und wer aus der Reihe tanzt, überlasse ich euch.

Der Vorteil: Ihr bekommt sicher ein paar Bilder, auf denen alle gut zu sehen sind. Das Licht stimmt, der Hintergrund ist ruhig, und trotzdem wirkt nichts gestellt. Für die meisten Familien ist das genau die richtige Menge an Führung.

Was ist dokumentarische Familienfotografie?

Dokumentarisch heißt: Ich bin Gast und Beobachter. Ich sage nicht, wo ihr sitzen sollt, ich räume nichts weg und ich wiederhole keinen Moment. Ihr lebt euren Vormittag, ich fotografiere ihn. Das Frühstück, den Streit um den roten Becher, die Versöhnung fünf Minuten später.

Diese Bilder sind selten „perfekt“. Dafür sind sie wahr. In zwanzig Jahren zeigen sie nicht nur, wie ihr ausgesehen habt, sondern wie es bei euch war.

Die Unterschiede auf einen Blick

  • Regie: Lifestyle wenig, dokumentarisch keine.
  • Ort: beide zuhause oder draußen, nie im Studio.
  • Blick in die Kamera: Lifestyle manchmal, dokumentarisch fast nie.
  • Dauer: Lifestyle 60 bis 90 Minuten, dokumentarisch gern länger, als Reportage ab 3 Stunden.
  • Ergebnis: Lifestyle bringt ruhige, schöne Bilder mit allen. Dokumentarisch erzählt eine Geschichte aus vielen kleinen Momenten.

Und das klassische Studio-Shooting?

Im Studio sind Licht und Hintergrund immer gleich, die Familie wird hingestellt. Das hat seinen Platz, etwa für Bewerbungsfotos. Für Familien finde ich es schade, weil es überall gleich aussieht. Deshalb habe ich kein Studio. Warum, erkläre ich in meinem Artikel über meinen Stil als Familienfotograf.

Welcher Stil passt zu euch?

Lifestyle passt, wenn ihr euch vor allem ein paar schöne gemeinsame Bilder für die Wand und für die Großeltern wünscht, wenn eure Kinder eher neugierig als scheu sind und ihr etwa eine Stunde Zeit habt.

Dokumentarisch passt, wenn ihr euren Alltag festhalten wollt, wenn es euch nichts ausmacht, dass nicht jedes Bild „ordentlich“ ist, oder wenn ein besonderer Tag ansteht: ein Geburtstag, ein Familienfest, die ersten Tage mit Baby.

So läuft das bei mir ab

Ein Familienshooting dauert 60 bis 90 Minuten und kostet ab 299 €. Ich komme zu euch nach Hause oder wir treffen uns draußen. Wer einen ganzen Tag begleitet haben möchte, bucht die Familienreportage ab 699 €. Alles über meine Arbeitsweise steht auf der Seite Familienfotografie in Fulda.

Schreibt mir kurz →

Eine kurze Gegenfrage

Warum kostet das so viel?

Wenn jemand mich fragt „Warum 599 € für einen Nachmittag?", stelle ich gern die Gegenfrage: Wie viel kostet ein Familienauto? Ein Urlaub auf Mallorca? Der neue Kühlschrank?

Alle drei zahlt ihr ohne zu blinzeln, weil sie „nützlich" sind. Sie halten 5–15 Jahre. Ein gutes Familienbild hält ein Leben lang – und danach noch eines. Es hängt an eurer Wand, landet in den Erinnerungsalben der Großeltern, wird bei der Einschulung rausgeholt, zur Hochzeit eurer Kinder wieder. Kein Euro, den ihr in ein ehrliches Familienbild steckt, ist verloren.

Wir sind die erste Generation, die Fotos in großer Zahl hinterlässt – aber kaum welche, die es auf Papier geschafft haben. In 30 Jahren werden eure Kinder nicht durch ein iCloud-Archiv scrollen. Sie werden eine Schublade öffnen – und hoffen, dass Papier-Bilder drin sind.

Ausführlicher dazu im Magazin-Artikel Was ein Familienshooting wirklich kostet.